Künstlerisches Langzeit-Forschungsprojekt

In der immer älter werdenden, vielschichtigen Gesellschaft ist Demenz eine Krankheit, die zur Lebenserfahrung gehört. Mit ihrem Eintreten wird Mensch in einen Schwellenzustand versetzt, verliert Verstand und Orientierung, landet in der Wiederholungsschleife. Wie funktioniert Vergessen? Wer vergisst hier wen? Was bedeutet es, wenn wir vergessen zu erinnern? Sind wir nur, weil wir erinnern? Was passiert, wenn wir uns vergessen?
Als Angehörige von Menschen mit Demenz versucht die Gruppe, das Thema zum ersten Mal künstlerisch zu be/greifen, um zu über/leben und für andere er/lebbar zu machen. Die Künstler:innen haben sich in ihrer bisherigen künstlerischen Arbeit viel mit dem Erinnern befasst und werden nun die Perspektive ändern.
Durch einen interdisziplinären Ansatz /Musik/ Sound/ Tanz/ Schauspiel/ Film/ Vermittlung/ und viele Forschungsfragen öffnet die Gruppe Räume für längst Vergessene/s. Sie probieren den /dementen Raum/ als Akteur. Mit Medien und Mapping wird Alles vom Moment Null im Raum unzensiert und polyphon dokumentiert. In 4 Wochen wächst zunächst installativ ein kollektives ICH, ein temporäres Archiv. Nach gewisser Zeit simuliert die Gruppe das Vergessen durch den Abbau des Archivs und rekonstruiert es aus persönlichen Perspektiven.
Wie lässt sich das Sich/selbst/vergessen ästhetisch darstellen? Gemeinsam das Vergessen für/wahr/nehmen, erfahren, verstehen, visualisieren, neu/ orientieren, bewusst weiter/leben.

2020/21 führten Interviews mit Betroffenen und ihren Betreuenden. Wir waren zu Gast im privaten Umfeld und durften fotografieren und filmen. Wir sprachen auch mit NGOs, die sich ehrenamtlich dem Thema annehmen, über Erfahrungen.

2021 durften wir in einer FLAUSEN+ Residenz in Flensburg mit den Interviews, Fotos, Filmen und weiterem Material, sowie Student:innen der Universität Flensburg auf der Bühne zur Ästhetik von Demenz* forschen.

2022 entwickelten wir eine interaktive Performance für Kinder und ihre Erwachsenen. Arbeitstitel: „Manni und die DEMENZ*ionen“. Ziel war es die Kinder zum „Vergessen“ um Rat zu fragen.

2023 entstand mit „VergissMeinFuchs“ wiederum ein interaktives PopUp Theaterstück zum Thema Vergessen für Kinder ab 4 Jahren und ihre Erwachsenen. Mehr: https://allesterne.org/fuchsforschmal-theater/
Künstlerische Forschung
Wir stützen uns auf Forschungsergebnisse aus der FLAUSEN+ Künstler:innen-Residenz 2021, in der wir mit Menschen gearbeitet haben die von Demenz betoffen sind, aber auch deren Betreuer:innen, sowie beratenden Stellen und Student:innen der Universität Flensburg. Das Projekt wurde 2022 gefördert mit einer Prozessförderung des Fond Darstellende Künste.
Performance: Jana Kühn, Luzia Schelling, Karo Strys, Insa Langhorst
gefördert von FLAUSEN+
Künstlerische Forschungsresidenz vom 22. März bis 19. April 2021 zum Thema DEMENZ in Zusammenarbeit mit dem Theater Pilkentafel Flensburg und der Universität Flensburg
Künstler:innen:
Tanz & Vermittlung: Karoline Strys
Film & Medienpädagogik: Insa Lanhorst
Musik & Vermittlung: Friedrich Bassarak
Theater & Vermittlung: Jana Kühn
Mentorin: Luzia Schelling









